WM/EM Übertragung

Unter der Regie der KLJB Schwagstorf wurden die Spiele der deutschen Nationalmannschaft während der WM 2006, der EM 2008 sowie der WM 2010 auf dem Hof Kemme-Möller über Beamer auf eine Leimwand übertragen. Die Idee einer solchen Übertragung entstand im Frühjahr 2006 im Vorstand. Vorbild und Ideengeber war das öffentliche Mitfiebern des WM Endspiels 2002 zwischen Deutschland und Brasilien auf dem Vorplatz des Jugendheims. Zunächst war es erforderlich einen geeigneten Standort zu finden. Ein Ort, an dem nach jedem Spiel alles wieder demontiert werden musste, kam nicht infrage. Weder für unser WM Studio, noch für das punblic viewing in den Städten waren diese Dimensionen an Zuschauern und Atmosphäre im Voraus nicht zu erwarten. Zu unserem Glück wurde uns von der Familie Möller eine Scheune angeboten, die wir für diese Zeit nutzen durften.

Mit dieser Veranstaltung haben wir ein für uns ungewohntes Terrain betreten. Wir können zweifellos Partys oder Feste organisieren, aber hier gab es andere Aufgaben zu erfüllen. Das wesentliche war, den Gästen das Fußballspiel mit guter Qualität zu präsentieren und sie nebenbei zu bewirtschaften. Zunächst mussten Genehmigungen, zum einen für das Ausstrahlen der Spiele in der Öffentlichkeit und zum anderem zum Verkauf von Getränken, eingeholt werden. Daraufhin kam der nächste Schritt, die Scheune herzurichten, was hier und da noch abenteuerlich werden sollte. Unsere mobilen Tribünen wurden vom Sportplatz geholt, Stühle aus der Schützenhalle Klein Bokern wurden ebenso ausgeliehen, wie Bänke von der Schwagstorfer Feuerwehr. Drei Theken-Elemente wurden aufgestellt, Kühltruhen und Stehtische wurden geholt und abschließend wurde die Scheune in den Farben Schwarz-Rot-Gold dekoriert. Problematischer wurde indes die Installation der Soundanlage, die uns Dankbarerweise von Ulle Pohl zur Verfügung gestellt wurde, sowie der Aufbau und die Installation der weiteren Technik. Abenteuerlich hingegen war die Ausrichtung der Satellitenschüssel, was so manche Beteiligte an den Rand eines Wutausbruchs führte und einige Nervenzellen kostete. Die jedoch mit Abstand heikelste und auch gefährlichste Aufgabe war das Aufstellen und die Befestigung der Platte, auf der das Spiel übertragen werden sollte. Die Leinwand sollte auf einer Höhe von 2 Metern aufgehängt werden und hat Maße von 3,50 * 6,00 Metern. Daraus kann man schon erahnen welches Gewicht in die Höhe gestemmt werden musste. Nur durch Menschenkraft war es nicht möglich, diese Platte an der Wand zu befestigen, daher musste ein Gabelstapler aushelfen. Zu unserem Glück durfte diese an der Wand hängen bleiben, denn auch die Lagerung wäre problematisch geworden.

Zum Eröffnungsspiel der WM 2006 Deutschland gegen Costa Rica kamen am 09.06 die ersten Zuschauer in unser WM-Studio, um in der Gemeinschaft das Spiel zu schauen. Schon nach diesem ersten Spiel wurde deutlich, dass wir noch mehr Platz benötigen und so wurde eine zweite Etage in der Scheune hergerichtet, um auch hier Plätze zu bieten. So entstanden weitere Plätze, die genau auf einer Höhe mit dem Bild sind. Etwas darüber und einige Meter weiter hinten entstanden noch einige Stehplätze. Durch diese Erweiterung war es nun möglich über 300 Zuschauern Platz zu bieten, die im weiteren Verlauf der WM nicht reichen sollten. Man kann fast von einer Arena sprechen, in der auf 3 Etagen Fußball erleben kann.

Das 1-0 im Spiel gegen Polen durch ein Tor von Oliver Neuville in der Nachspielzeit war ein erster Augenblick in dem die Atmosphäre fast schon in Ekstase mündete. Die Stimmung war immer gut, jedoch auch abhängig von den jeweiligen Spielergebnissen. So war das Mitfiebern und die Freude über Tore dann am größten, wenn der Spielstand eng war. Man versuchte durch Schreien, Anfeuern oder Meckern Einfluss auf das Geschehen zu nehmen, wobei man von Leuten, die nicht an Fußball interessiert sind, als verrückt bezeichnet werden könnte. Unvergesslich bleiben das Spiel gegen Polen, das Elfmeterschießen gegen Argentinien mit den Jubelszenen auf dem Hof vor der Scheune, sowie das bittere Ausscheiden gegen Italien, mit zwei Gegentoren kurz vor Schluss in der Verlängerung; wonach bei mehreren Zuschauern die Tränen flossen, weil sie den Traum Weltmeister zu werden schon verinnerlicht hatten.

Die EM 2008 in Österreich und der Schweiz war aus Sicht der deutschen Mannschaft zunächst nicht so ergreifend, wie zwei Jahre zuvor, jedoch kamen wiederum zahlreiche Gäste zum "Rudelgucken" und feierten die Erfolge der Nationalmannschaft.

Sogar mit einem Bericht im Bersenbrücker Kreisblatt wurde die KLJB Schwagstorf für das Organisieren dieser Veranstaltungen gelobt. Ein aufmerksamer Leser verfasste nur wenige Tage später einen Leserbrief, in dem er den Begriff "public viewing" erläuterte und uns kritisierte, diesen zu verwenden, man hätte sogar denken können er wolle uns beschuldigen diesen verbreitet zu haben.

Die KO-Spiele der deutschen Mannschaft zunächst gegen Portugal und dann gegen die Türkei hatten es dann in sich. Diese Spiele waren sehr spannend und die Atmosphäre war wieder unbeschreiblich. Bei diesen Spielen kam es dann vor, dass mehrere Gäste keinen Platz mehr fanden und wohl oder übel woanders das Spiel schauen mussten.

 

Diese Art des gemeinsames Fussball sehens und Fieberns wurde während der WM 2010 fortgesetzt, wenn auch die Hitze des Hochsommers einige Zuschauer die Kühle ihres Wohnzimmers der der Scheune vorziehen ließ.

Wie laut eine solche Masse an Menschen ist, wurde durch Berichte von Schwagstorfern verdeutlicht, die die Spiele zu Hause schauten und immer wieder "Deutschland" "Deutschland" Rufe, einen Torjubel oder sonstiges Geschrei aus dem "Studio" hörten.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei allen Personen und Vereinen bedanken, die uns in diesen Wochen unterstützt haben.


Ein besonderer Dank geht an Ole Pohl, der uns viele technische Utensilien zur Verfügung stellte und uns ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stand.


Der größte Dank gilt der Familie Kemme-Möller, die uns überhaupt ermöglichten, dieses Event anzubieten.